Gesundheit und Wellness – p-news https://www.p-news.ch Sat, 14 Feb 2026 07:20:21 +0000 de hourly 1 Wie finde ich den besten Chirurgen für meine Knieoperation in der Schweiz? https://www.p-news.ch/wie-finde-ich-den-besten-chirurgen-fur-meine-knieoperation-in-der-schweiz/ Sat, 14 Feb 2026 07:20:21 +0000 https://www.p-news.ch/wie-finde-ich-den-besten-chirurgen-fur-meine-knieoperation-in-der-schweiz/

Zusammenfassend:

  • Bewerten Sie Spitäler anhand messbarer Fallzahlen und Revisionsraten, nicht nur nach dem Ruf.
  • Prüfen Sie die medizinische Infrastruktur (z.B. Intensivstation) für Komplikationen, nicht nur die Hotellerie.
  • Holen Sie proaktiv eine Zweitmeinung ein; dies ist ein Zeichen von Sorgfalt, nicht von Misstrauen.
  • Verstehen Sie, was die Grundversicherung deckt und welche Kosten für Komfort oder neue Technologien anfallen.
  • Agieren Sie als aktiver Partner bei der Infektionsprävention durch gezielte Fragen und Beobachtung.

Die Entscheidung für eine Knieoperation in der Schweiz konfrontiert Patienten mit einem Luxusproblem: einer ausserordentlich hohen Dichte an exzellenten Kliniken und erfahrenen Spezialisten. Doch wie navigiert man diese Vielfalt, um eine Wahl zu treffen, die nicht nur auf einem guten Bauchgefühl oder einer Hochglanzbroschüre basiert? Viele verlassen sich auf den Ruf eines Spitals oder den Komfort eines Einzelzimmers. Diese Faktoren sind zwar angenehm, aber sie sind keine verlässlichen Indikatoren für die medizinische Ergebnisqualität, insbesondere wenn unvorhergesehene Komplikationen auftreten.

Die wahre Herausforderung besteht darin, die Denkweise eines Patienten in die eines Qualitätsmanagers zu verwandeln. Es geht darum, über die Oberfläche hinauszuschauen und die systemischen Faktoren zu bewerten, die wirklich zur Sicherheit und zum Erfolg eines Eingriffs beitragen. Anstatt sich zu fragen „Wo fühle ich mich am wohlsten?“, lautet die entscheidende Frage: „Welches System bietet die grösste Resilienz und die besten, messbaren Ergebnisse?“. Dieser Perspektivwechsel ist der Schlüssel zu einer fundierten Entscheidung.

Dieser Artikel stattet Sie mit den Werkzeugen und dem Vokabular aus, um genau diese Bewertung vorzunehmen. Wir werden die Bedeutung von Fallzahlen entschlüsseln, die kritische Infrastruktur für den Notfall beleuchten und Ihnen zeigen, wie Sie als Patient eine aktive Rolle im Qualitätsprozess einnehmen können. Ziel ist es, Ihnen die Sicherheit zu geben, Ihre Wahl auf der Grundlage harter Fakten und transparenter Kriterien zu treffen – für das bestmögliche Ergebnis Ihrer Knieoperation.

Für alle, die einen visuellen Einblick in die Zukunft der Kniegelenkstherapie bevorzugen, bietet das folgende Video eine umfassende Übersicht über innovative Behandlungsansätze bei degenerativen Erkrankungen. Es ergänzt die in diesem Artikel besprochenen Qualitätskriterien um eine Perspektive auf die technologische Entwicklung.

Die folgenden Abschnitte führen Sie Schritt für Schritt durch die entscheidenden Qualitätskriterien. Das Inhaltsverzeichnis gibt Ihnen einen Überblick über die Themen, die Ihnen helfen, Ihre Entscheidung wie ein Experte zu treffen.

Warum operiert ein Spital mit 200 Eingriffen sicherer als eines mit 20?

Die Antwort liegt in einem fundamentalen Qualitätsprinzip: der Fallzahlen-Routine-Korrelation. Ein Chirurg und sein Team, die wöchentlich Knieprothesen implantieren, entwickeln eine Präzision und Effizienz, die bei gelegentlichen Eingriffen unmöglich zu erreichen ist. Jeder Schritt, von der Anästhesie über den Hautschnitt bis zur Naht, ist perfekt einstudiert. Dieses Zusammenspiel minimiert die Operationszeit, reduziert das Infektionsrisiko und führt nachweislich zu besseren Ergebnissen. Es ist kein Zufall, dass führende Zentren wie die Schulthess Klinik jährlich über 850 Knieprothesen-Operationen durchführen.

Harte Daten untermauern diesen Zusammenhang. Systemische Qualitätsindikatoren wie die Revisionsrate – also der Anteil der Patienten, die eine Folgeoperation benötigen – sind bei Spitälern mit hohen Fallzahlen signifikant niedriger. In der Schweiz lag die allgemeine 2-Jahres-Revisionsrate bei Knie-Totalprothesen bei 3,3%, doch zwischen den einzelnen Spitälern gibt es erhebliche Unterschiede. Ein eingespieltes Team erkennt zudem Abweichungen und potenzielle Komplikationen früher und kann souveräner reagieren.

Fallbeispiel: Kniechirurgie Bern – Expertise durch Spezialisierung

Die Kniechirurgie Bern ist ein Paradebeispiel für die Verbindung von Fallzahlen und Expertise. Mit über 3’000 durchgeführten MAKO-Roboteroperationen ist das Zentrum führend in der Schweiz. Diese enorme Routine ermöglicht nicht nur präzisere Eingriffe, sondern das Team optimiert kontinuierlich die gesamten Abläufe – von der Vorbereitung bis zur Nachsorge. Diese Perfektionierung des Prozesses, vergleichbar mit der Schweizer Uhrmacherkunst, ist ein direktes Ergebnis der hohen Spezialisierung und Fallzahl.

Für Sie als Patient bedeutet das: Fragen Sie aktiv nach den Fallzahlen. Eine anerkannte Mindestmenge für Knieprothesen liegt bei 50 Eingriffen pro Spital und Jahr. Noch aussagekräftiger ist die persönliche Operationszahl des Chirurgen. Ein erfahrener Operateur sollte weit über dieser Schwelle liegen. Diese Zahlen sind keine Schikane, sondern der wichtigste, datengestützte Indikator für Ihre Sicherheit.

Ihr Plan zur Auditierung der Spitalerfahrung

  1. Punkte de contact : Klären Sie ab, wo Sie die Fallzahlen des Spitals und des Chirurgen finden (Website, Jahresbericht, direkte Anfrage).
  2. Collecte : Sammeln Sie die exakten Operationszahlen für Knie-Totalprothesen des letzten Jahres für Ihre favorisierten Spitäler und Operateure.
  3. Cohérence : Vergleichen Sie die Zahlen mit den Empfehlungen von Fachgesellschaften (z.B. mindestens 50 Eingriffe/Jahr) und den Daten aus dem SIRIS-Register.
  4. Mémorabilité/émotion : Prüfen Sie auf anerkannte Zertifizierungen wie „EndoCert“, die eine hohe Prozessqualität nachweisen und über reine Zahlen hinausgehen.
  5. Plan d’intégration : Treffen Sie Ihre Vorauswahl basierend auf diesen harten Fakten. Schliessen Sie Spitäler aus, die die Mindestfallzahlen deutlich unterschreiten.

Wie hole ich eine Zweitmeinung ein, ohne meinen Hausarzt zu beleidigen?

Die Einholung einer Zweitmeinung ist ein etabliertes Recht des Patienten und ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung. Dennoch herrscht oft die Sorge, den langjährigen Hausarzt oder den erstberatenden Spezialisten vor den Kopf zu stossen. In der Schweiz, wo das Vertrauensverhältnis zum Hausarzt traditionell eine grosse Rolle spielt, ist diese Hemmschwelle besonders spürbar. Der Schlüssel liegt in einer transparenten und wertschätzenden Kommunikation. Betrachten Sie es nicht als Misstrauensvotum, sondern als Teil Ihrer persönlichen „Due Diligence“ vor einem grossen Investment in Ihre Gesundheit.

Vertrauensvolles Arzt-Patient-Gespräch über Zweitmeinung in Schweizer Praxis

Ein professioneller Arzt wird Ihren Wunsch nach Sicherheit verstehen und unterstützen. Es ist ein Zeichen Ihrer Mündigkeit als Patient. Formulieren Sie Ihr Anliegen als Wunsch nach Bestätigung und umfassender Information, nicht als Kritik an der bisherigen Empfehlung. Viele Krankenkassen, insbesondere bei Zusatzversicherungen, fördern oder fordern sogar eine Zweitmeinung vor planbaren, grösseren Eingriffen. Dies können Sie als neutralen Grund anführen.

Die folgenden Formulierungen können Ihnen helfen, das Gespräch souverän und respektvoll zu führen:

  • „Diese Operation ist ein grosser Schritt für mich. Um mit absoluter Sicherheit in den Eingriff zu gehen, würde ich gerne eine unabhängige Zweitmeinung einholen.“
  • „Meine Versicherung hat mir empfohlen, vor einem solchen Eingriff eine Zweitmeinung einzuholen. Könnten Sie mir vielleicht sogar einen geeigneten Spezialisten empfehlen?“
  • „Ich schätze Ihre Einschätzung und Expertise sehr. Um alle Facetten der Behandlungsmöglichkeiten zu verstehen, würde ich gerne noch einen weiteren Facharzt konsultieren.“

Wichtig ist, zu betonen, dass es um Ihre persönliche Absicherung geht. Bitten Sie Ihren Arzt um die relevanten Unterlagen (z.B. Röntgenbilder, MRT-Berichte), um Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Eine gut eingeholte Zweitmeinung stärkt Ihre Entscheidungskompetenz und festigt im besten Fall sogar das Vertrauen in die ursprüngliche Empfehlung.

Hotellerie oder medizinische Infrastruktur: Wo bin ich bei Komplikationen besser aufgehoben?

Privatkliniken locken oft mit exzellentem Service, Einzelzimmern und einer ruhigen Atmosphäre. Diese „Hotellerie“-Aspekte sind für die Genesung durchaus förderlich. Aus der Perspektive des Qualitätsmanagements muss der Fokus jedoch auf einem anderen Kriterium liegen: der Infrastruktur-Resilienz. Damit ist die Fähigkeit eines Spitals gemeint, auf schwere, unerwartete Komplikationen adäquat und ohne Zeitverlust zu reagieren. Hier zeigen sich die fundamentalen Unterschiede zwischen spezialisierten Privatkliniken und grossen Kantons- oder Universitätsspitälern.

Während eine Privatklinik für den elektiven Standardeingriff perfekt aufgestellt sein mag, verfügt sie oft nicht über eine vollausgestattete, 24/7 besetzte Intensivstation (IPS) oder eine umfassende Notfallabteilung mit Spezialisten aller Fachrichtungen. Tritt eine schwere Komplikation auf – etwa eine Lungenembolie oder eine schwere Nachblutung – muss der Patient möglicherweise in ein anderes Spital verlegt werden. Dieser Transport birgt Risiken und kostet wertvolle Zeit. Ein Universitätsspital hingegen hat diese gesamte Infrastruktur im eigenen Haus.

Die folgende Tabelle stellt die wesentlichen Unterschiede dar, basierend auf einer aktuellen Analyse der Spitalstrukturen in der Schweiz.

Vergleich Privatklinik vs. Universitätsspital
Kriterium Privatklinik Universitätsspital
Hotellerie Exzellent (Einzelzimmer Standard) Basis bis gut
Intensivstation Oft nur Überwachung, Transfer bei Komplikationen Vollausgestattete IPS vor Ort
Notfallinfrastruktur Begrenzt, Kooperationen nötig 24/7 alle Fachbereiche
Fallzahlen Meist < 100/Jahr Oft > 500/Jahr
Kosten Einzelzimmer Inkludiert (Privat/Halbprivat) CHF 300-1000/Nacht extra

Die entscheidende Frage, die Sie Ihrem Chirurgen stellen sollten, geht daher über den normalen Ablauf hinaus. Wie die Schweizerische Patientenorganisation empfiehlt, ist eine präzise Nachfrage zur Notfallplanung unerlässlich:

Wie sieht Ihr genauer Prozess aus, falls bei oder nach der Operation eine schwere, unerwartete Komplikation auftritt? Wo würde ich behandelt werden und welches Team wäre zuständig?

– Empfohlene Frage an den Chirurgen, Schweizerische Patientenorganisation

Die Wahl hängt von Ihrer persönlichen Risikobewertung ab. Für einen jungen, gesunden Patienten ohne Vorerkrankungen mag das geringe Komplikationsrisiko die Vorteile einer Privatklinik überwiegen. Für Patienten mit Vorerkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Probleme) ist die Sicherheit einer lückenlosen Infrastruktur hingegen ein unschätzbarer Vorteil.

Das Risiko, sich im Spital einen Keim einzufangen und wie man es minimiert

Nosokomiale Infektionen, also im Spital erworbene Infektionen, gehören zu den grössten Risiken bei jeder Operation. Eine Infektion der Knieprothese ist eine verheerende Komplikation, die oft weitere Operationen und eine langwierige Antibiotikatherapie nach sich zieht. Während kein Spital eine Null-Risiko-Garantie geben kann, gibt es erhebliche Unterschiede in den Hygienestandards und Präventionsprotokollen. Hier können und sollten Sie als Patient eine aktive Rolle einnehmen – das Konzept der aktiven Patienten-Compliance.

Qualitätsbewusste Spitäler in der Schweiz nehmen an Überwachungsprogrammen wie dem von Swissnoso teil und können ihre Infektionsraten für bestimmte Eingriffe transparent ausweisen. Fragen Sie gezielt nach diesen Daten. Ein Spital, das seine Zahlen kennt und offen kommuniziert, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit ein funktionierendes Qualitätsmanagement im Bereich der Hygiene. Achten Sie zudem auf die Händehygiene des Personals. Es ist Ihr gutes Recht, eine Pflegekraft oder einen Arzt freundlich an die Händedesinfektion zu erinnern, sollte diese vergessen gehen.

Die Prävention beginnt schon vor dem Spitaleintritt. Moderne Protokolle sehen vor, dass Patienten in den Tagen vor der Operation mit speziellen antiseptischen Waschlotionen (z.B. mit dem Wirkstoff CHG) duschen, um die Keimlast auf der eigenen Haut zu reduzieren. Fragen Sie Ihren Chirurgen, ob ein solches Protokoll in seinem Spital Standard ist. Weitere wichtige Punkte sind:

  • Bitten Sie auch Ihre Besucher, sich beim Betreten und Verlassen des Zimmers die Hände zu desinfizieren.
  • Informieren Sie sich über das Antibiotikaprophylaxe-Protokoll des Spitals, das darauf abzielt, Infektionen während der OP zu verhindern.
  • Bei einem Aufenthalt im Mehrbettzimmer kann bei einem erhöhten Infektionsrisiko (z.B. durch einen Mitpatienten mit bekannter Infektion) die Frage nach einem möglichen Zimmerwechsel oder einem temporären Einzelzimmer berechtigt sein.

Ihre Wachsamkeit ist ein zusätzlicher Sicherheitsfilter. Sie unterstützen damit die Bemühungen des Spitalpersonals und tragen aktiv zur Minimierung Ihres persönlichen Infektionsrisikos bei. Ein Spital mit einer hohen Sicherheitskultur wird Ihr Engagement begrüssen.

Wann werden Therapien auf meine DNA zugeschnitten?

Die Vision der vollständig personalisierten Medizin, bei der eine Behandlung exakt auf das genetische Profil eines Patienten zugeschnitten ist, fasziniert. Im Bereich der Knie-Endoprothetik ist die „DNA-Therapie“ zwar noch Zukunftsmusik, doch der Trend zur Individualisierung ist unübersehbar. Heutige Innovationen konzentrieren sich auf eine patientenspezifische Anpassung basierend auf der individuellen Anatomie, nicht der Genetik. Dies ist ein entscheidender Zwischenschritt auf dem Weg zur echten Personalisierung.

Modernste Verfahren nutzen präoperative Bildgebung wie MRT oder CT-Scans, um ein exaktes 3D-Modell des Patientenkies zu erstellen. Anhand dieses Modells werden entweder massgeschneiderte Schnittschablonen für den Chirurgen oder sogar ein komplettes, individuell gefertigtes Implantat hergestellt. Das Ziel ist eine perfektere Passform, ein natürlicheres Gelenkgefühl und eine potenziell längere Haltbarkeit der Prothese.

Fallbeispiel: 3D-Druck am Spital Limmattal

Das Spital Limmattal gehört zu den grössten Anwendern von massgeschneiderten Knieendoprothesen aus dem 3D-Drucker in der Schweiz. Diese patientenspezifischen Implantate werden auf Basis von CT-Scans individuell für jeden Patienten gefertigt. Dieser Ansatz ermöglicht eine präzisere Rekonstruktion der natürlichen Anatomie und optimiert die Positionierung des Implantats, was zu einer besseren Funktion und Patientenzufriedenheit führen kann.

Während diese Technologien vielversprechend sind, ist ein kritischer Blick aus der Qualitätsmanagement-Perspektive geboten. Derzeit gibt es noch keine Langzeitstudien, die eindeutig belegen, dass diese teureren Verfahren den bewährten Standardprothesen überlegen sind. Aus diesem Grund ist auch die Kostenübernahme ein wichtiger Punkt, wie das Swiss Medical Board festhält:

Die personalisierten Verfahren werden derzeit noch nicht von der Grundversicherung übernommen. Sie gelten als Zusatzleistung und müssen privat oder über Zusatzversicherungen finanziert werden.

– Swiss Medical Board, Bewertung neuer Technologien in der Orthopädie

Für Sie als Patient bedeutet das: Informieren Sie sich über die Möglichkeiten patientenspezifischer Implantate, aber seien Sie sich bewusst, dass dies oft mit erheblichen Zusatzkosten verbunden ist. Wägen Sie den potenziellen Nutzen gegen die Mehrkosten und die noch fehlende Langzeitevidenz ab.

Warum sind Schweizer Unispitäler so begehrt für Phase-III-Studien?

Dass globale Medizintechnik- und Pharmaunternehmen ihre entscheidenden klinischen Phase-III-Studien gerne in Schweizer Universitätsspitälern durchführen, ist ein starkes, indirektes Qualitätsmerkmal. Dies liegt nicht nur an der hohen Dichte an Forschungsexperten, sondern vor allem an den systemischen Stärken des Schweizer Gesundheitswesens: exzellente Datenqualität, eine hohe Patientendisziplin und rigorose ethische Standards.

Für eine klinische Studie sind präzise und lückenlos erhobene Daten das A und O. Schweizer Unikliniken sind bekannt für ihre akribische Dokumentation und ihre eingespielten Prozesse im Datenmanagement. Zudem ist die „Compliance“ der Patienten – also die Bereitschaft, Nachsorgetermine zuverlässig wahrzunehmen und Protokolle exakt zu befolgen – im internationalen Vergleich sehr hoch. Dies minimiert Datenlücken und erhöht die Aussagekraft der Studienergebnisse. Die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Klinik und hochentwickelter Industrie schafft ein ideales Ökosystem für Innovation.

Für Sie als Patient kann die Teilnahme an einer Studie eine interessante Option sein. Sie bietet die Möglichkeit, Zugang zu den neuesten Implantaten oder Operationstechniken zu erhalten, oft Jahre bevor diese auf dem freien Markt verfügbar sind. Zudem ist die Betreuung im Rahmen einer Studie meist besonders engmaschig, da jeder Schritt genauestens dokumentiert und überwacht wird. Allerdings gibt es auch potenzielle Nachteile, wie mögliche unbekannte Langzeitwirkungen oder die Zuteilung in eine Kontrollgruppe, die die Standardbehandlung erhält.

Ein Spital, das aktiv an hochwertigen, internationalen Studien teilnimmt, beweist, dass es auf dem neuesten Stand der Wissenschaft arbeitet und seine Prozesse einer ständigen externen Überprüfung unterzieht. Es ist ein Indikator für eine lebendige, lernende Organisation und eine Kultur der wissenschaftlichen Exzellenz.

Einzelzimmer oder Allgemein: Was zahlt die Grundversicherung wirklich?

Die Frage nach der Unterbringung ist für viele Patienten zentral. Die Vorstellung, sich in Ruhe in einem Einzelzimmer zu erholen, ist verlockend. Hier ist es jedoch entscheidend, die Fakten von den Wünschen zu trennen und genau zu verstehen, welche Leistungen durch welche Versicherung gedeckt sind. Das Schweizer System unterscheidet klar zwischen der obligatorischen Grundversicherung (KVG) und freiwilligen Zusatzversicherungen (VVG).

Die Grundversicherung deckt die Kosten für die Behandlung und den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines Spitals auf der Spitalliste Ihres Wohnkantons. Dies bedeutet in der Regel ein Mehrbettzimmer. Die freie Spitalwahl in der ganzen Schweiz ist zwar grundsätzlich gegeben, doch wenn Sie ein ausserkantonales Spital wählen, das teurer ist als ein Spital in Ihrem Kanton, müssen Sie die Differenz selbst tragen, sofern keine medizinische Notwendigkeit vorliegt.

Modernes Einzelzimmer in Schweizer Privatklinik mit Bergblick

Der Komfort eines Einzel- oder Zweibettzimmers ist eine Leistung der Zusatzversicherungen. Es gibt hier hauptsächlich zwei Stufen:

  • Halbprivat-Versicherung: Deckt in der Regel die Kosten für ein Zweibettzimmer. Oft ist auch die Chefarztbehandlung inkludiert.
  • Privat-Versicherung: Deckt die Kosten für ein Einzelzimmer und die freie Arztwahl (Chefarztbehandlung).

Ohne entsprechende Zusatzversicherung ist ein Upgrade in ein Einzelzimmer zwar oft möglich, muss aber als „Selbstzahler“ aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Die Kosten dafür können, wie in der vorherigen Tabelle gezeigt, beträchtlich sein und je nach Spital zwischen CHF 300 und CHF 1’000 pro Nacht liegen. Klären Sie daher vor dem Spitaleintritt exakt mit Ihrer Krankenkasse und dem Spital ab, welche Kosten gedeckt sind und mit welchen zusätzlichen Ausgaben Sie für Ihre gewünschte Unterbringung rechnen müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Daten über Ruf: Priorisieren Sie Spitäler mit hohen Fallzahlen (>50/Jahr) und niedrigen, transparenten Revisionsraten.
  • Sicherheit über Komfort: Prüfen Sie die Verfügbarkeit einer 24/7-Intensivstation und Notfallinfrastruktur für den Fall von Komplikationen.
  • Aktive Rolle einnehmen: Fragen Sie nach Hygieneprotokollen, holen Sie eine Zweitmeinung ein und klären Sie die Kostenübernahme präzise ab.

Wie schnell kommt ein neues Krebsmedikament von der Basler Forschung zum Patienten?

Auch wenn es hier um Orthopädie geht, bietet der Weg eines neuen Krebsmedikaments eine nützliche Analogie, um die Innovations-Pipeline im hochregulierten Schweizer Gesundheitswesen zu verstehen. Der Prozess von der Entdeckung eines Moleküls in einem Basler Labor bis zur Anwendung am Patienten ist lang, teuer und streng kontrolliert. Ganz ähnlich verhält es sich mit einer neuen Knieprothese oder einer innovativen Operationstechnik. Geschwindigkeit ist hier nicht das primäre Ziel – Qualität und Patientensicherheit haben oberste Priorität.

Der Weg eines neuen Medizintechnik-Produkts, wie eines Knieimplantats, folgt einem klar strukturierten, mehrjährigen Prozess. Er zeigt, dass Innovation in der Schweiz kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis eines systematischen Qualitätsmanagement-Prozesses.

Fallbeispiel: Der Innovationsprozess bei Schweizer Medtech-Firmen

Der Weg eines neuen Knieimplantats von der Entwicklung bei Schweizer Firmen wie Medacta oder im „Medical Valley“ um Biel/Grenchen bis zur breiten Anwendung dauert durchschnittlich 5-7 Jahre. Nach der initialen Entwicklung folgt die Zulassung durch Swissmedic (ca. 12-18 Monate). Anschliessend muss das Produkt seine Wirksamkeit und Sicherheit in klinischen Studien (2-3 Jahre) unter Beweis stellen. Erst nach einer positiven Bewertung durch das Swiss Medical Board wird es schliesslich in den offiziellen Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen.

Diese gründliche Prüfung, die oft als langsam wahrgenommen wird, ist in Wahrheit ein entscheidendes Sicherheitsnetz für die Patienten. Sie stellt sicher, dass nur bewährte und sichere Technologien zur breiten Anwendung kommen. Wie Experten betonen, liegt die Stärke des Schweizer Systems in seiner Gründlichkeit.

Die Schweiz ist bei der Zulassung neuer orthopädischer Technologien im internationalen Vergleich weder besonders schnell noch langsam, aber zeichnet sich durch besonders gründliche Qualitätsprüfung aus.

– Prof. Martin Beck, Swiss orthopaedics Jahresbericht

Für Sie als Patient bedeutet dies vor allem Vertrauen. Vertrauen in ein System, das Innovationen nicht überstürzt einführt, sondern sie einem rigorosen, mehrstufigen Qualitätscheck unterzieht, bevor sie zu einem Standard in Ihrer Behandlung werden.

Häufige Fragen zur Spitalwahl bei Knieoperationen

Wie finde ich passende klinische Studien in der Schweiz?

Nutzen Sie das Schweizer Studienregister kofam.ch oder fragen Sie direkt in Universitätsspitälern nach laufenden Studien für Knieerkrankungen. Ihr behandelnder Spezialist kann ebenfalls eine gute Anlaufstelle sein, um geeignete und relevante Studien zu identifizieren.

Welche Vorteile hat die Teilnahme an einer Studie?

Die Hauptvorteile sind der potenzielle Zugang zu den neuesten Implantaten und Operationstechniken, oft Jahre vor der allgemeinen Marktzulassung. Zudem profitieren Studienteilnehmer von einer besonders engmaschigen Betreuung durch Spezialisten und erhalten oft zusätzliche Untersuchungen, die über den Standard hinausgehen, kostenlos.

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Wie wähle ich die optimale Franchise, um Prämien zu sparen, ohne Risiko einzugehen? https://www.p-news.ch/wie-wahle-ich-die-optimale-franchise-um-pramien-zu-sparen-ohne-risiko-einzugehen/ Sat, 14 Feb 2026 06:34:17 +0000 https://www.p-news.ch/wie-wahle-ich-die-optimale-franchise-um-pramien-zu-sparen-ohne-risiko-einzugehen/

Der grösste Spar-Irrtum bei der Krankenkasse ist die Wahl einer mittleren Franchise (z.B. 1500 CHF), die sich mathematisch fast nie lohnt.

  • Eine mittlere Franchise bietet nur einen Bruchteil der Prämien-Ersparnis der Maximalfranchise, erhöht aber Ihr finanzielles Risiko erheblich.
  • Echte Einsparungen entstehen durch System-Intelligenz: die konsequente Nutzung von Sparmodellen (wie Telmed) und das strikte Einhalten von Fristen.

Empfehlung: Analysieren Sie Ihre Gesundheitskosten der letzten zwei Jahre. Entscheiden Sie sich fast immer entweder für die Minimal- (300 CHF) oder die Maximalfranchise (2500 CHF). Alles dazwischen ist meist ein Verlustgeschäft.

Jeden Herbst flattert er ins Haus: der Brief der Krankenkasse mit der Ankündigung der neuen Prämien. Für viele Schweizer Haushalte ist dies ein Moment des Seufzens, denn die Kosten für die obligatorische Grundversicherung steigen unaufhaltsam. In Anbetracht dessen, dass die mittlere Monatsprämie 2025 bei 378,70 CHF liegt, ist der Drang, an der Prämienschraube zu drehen, mehr als verständlich. Die naheliegendste Lösung scheint oft die Anpassung der Franchise zu sein.

Die gängigen Ratschläge sind schnell zur Hand: „Wähle die höchste Franchise, um maximal zu sparen“ oder „Wechsle einfach zum billigsten Anbieter“. Doch diese oberflächlichen Tipps ignorieren die tückischen Details des Systems. Insbesondere die Wahl einer mittleren Franchise erweist sich oft als eine Kostenfalle, die den Versicherern mehr nützt als den Versicherten. Wahre Optimierung ist kein simpler Preisvergleich, sondern erfordert System-Intelligenz – das Verständnis für die mathematische Realität hinter den Zahlen und die Kenntnis der Spielregeln.

Doch was, wenn der Schlüssel zum Sparen nicht in der blinden Wahl der höchsten Franchise liegt, sondern in der bewussten Vermeidung dieser „mittleren Fallen“? Dieser Artikel durchbricht den Lärm der allgemeinen Spartipps. Wir werden die mathematische Illusion der mittleren Franchisen entlarven, die tatsächliche Ersparnis durch smarte Versicherungsmodelle aufzeigen und Ihnen eine klare Anleitung an die Hand geben, wie Sie Ihre Kasse fristgerecht wechseln, ohne dabei in bürokratische Fallstricke zu geraten. Es ist an der Zeit, die Kontrolle zurückzugewinnen und Entscheidungen zu treffen, die auf Fakten basieren, nicht auf einem trügerischen Bauchgefühl.

Dieser Leitfaden führt Sie durch die entscheidenden Aspekte der Prämienoptimierung. Der folgende Überblick zeigt Ihnen, wie Sie systematisch die Fallstricke umgehen und fundierte Entscheidungen für Ihr Portemonnaie treffen.

Warum ist die Franchise 1500 fast immer die mathematisch falsche Wahl?

Die Wahl der Franchise ist der grösste Hebel zur Beeinflussung der Prämie, doch hier lauert auch die grösste Kostenfalle. Viele Versicherte wählen eine mittlere Franchise wie 1000, 1500 oder 2000 Franken im Glauben, einen guten Kompromiss zwischen Prämienersparnis und Risiko einzugehen. Doch die mathematische Realität ist ernüchternd: Diese Modelle sind fast immer ein Verlustgeschäft. Der Grund liegt im Verhältnis zwischen dem erhaltenen Prämienrabatt und dem zusätzlich übernommenen Risiko.

Während der Sprung von der Minimalfranchise (300 CHF) zur Maximalfranchise (2500 CHF) einen erheblichen Rabatt von bis zu 1540 CHF pro Jahr bringen kann, bieten die mittleren Stufen oft nur 30-50% dieses Rabatts. Sie übernehmen also ein deutlich höheres Risiko für eine unverhältnismässig kleine Ersparnis. Gerade in Jahren mit moderaten Gesundheitskosten zahlen Sie am Ende drauf. Die Prämie ist zwar tiefer, aber sobald Arztrechnungen die gewählte Franchise übersteigen, frisst Ihr Eigenanteil die Ersparnis schnell wieder auf. Eine Analyse zeigt, dass für Erwachsene die Prämie 2025 im Schnitt um 6 Prozent steigt, was die Verlockung zu sparen erhöht, aber die Gefahr der Kostenfalle verschärft.

Die einzig logische Wahl für die meisten Versicherten ist daher eine binäre:

  • Minimalfranchise (300 CHF): Wenn Sie regelmässig zum Arzt gehen, Medikamente benötigen oder chronisch krank sind. Die höheren Prämien werden durch die tieferen, kalkulierbaren Kosten im Krankheitsfall kompensiert.
  • Maximalfranchise (2500 CHF): Wenn Sie gesund sind, selten ärztliche Hilfe benötigen und den Betrag von 3200 CHF (2500 Franchise + 700 Selbstbehalt) im Notfall problemlos aufbringen können.

Die Franchisen-Falle der mittleren Stufen ist ein psychologischer Trick, der sich für die Versicherer auszahlt, aber selten für Sie. Lassen Sie sich nicht vom vermeintlichen Mittelweg täuschen.

Wie viel spare ich wirklich, wenn ich erst die Hotline anrufe?

Eine der effektivsten Methoden, um Prämien zu sparen, ist die Wahl eines alternativen Versicherungsmodells wie Telmed, HMO oder Hausarzt. Insbesondere das Telmed-Modell, bei dem der erste Kontaktpunkt eine medizinische Hotline ist, bietet erhebliche Rabatte von bis zu 20%. Doch viele Versicherte zögern aus Angst vor unpersönlicher Behandlung oder mangelnder Kompetenz. Diese Sorge ist oft unbegründet. Die Realität ist, dass ein Grossteil der Anliegen bereits am Telefon geklärt werden kann, was nicht nur Kosten spart, sondern auch unnötige Arztbesuche vermeidet.

Eine beeindruckende Zahl belegt dies: Bei Anbietern wie Medgate können rund 50% der Patienten abschliessend per Telemedizin behandelt werden. Dies entlastet nicht nur die Notfallstationen, sondern auch Ihr Portemonnaie. Der Anruf bei der Hotline ist also kein Hindernis, sondern ein intelligenter Filter. Nur wenn eine physische Untersuchung nötig ist, werden Sie an einen Arzt, Spezialisten oder ins Spital überwiesen. Dieser Triage-Prozess stellt sicher, dass Ressourcen effizient genutzt werden – eine Ersparnis, die direkt an Sie weitergegeben wird.

Allerdings ist nicht jede Hotline gleich. Als kritischer Konsumentenschützer lohnt sich ein genauerer Blick. Der folgende Vergleich zeigt die Unterschiede zwischen führenden Anbietern in der Schweiz, basierend auf einer Analyse der NZZ.

Vergleich von Telemedizin-Anbietern in der Schweiz
Anbieter Ärztequote Kostenstruktur
Medgate 33% Ärzte am Telefon Höhere Kosten, ärztliche Beratung
Medi24 20% Ärzte am Telefon Niedrigere Kosten, Nurse Triage

Die Wahl eines Telmed-Modells ist somit ein klarer Fall von System-Intelligenz. Sie akzeptieren eine kleine Verhaltensänderung – den Anruf bei der Hotline – und profitieren dafür von einer signifikanten und direkten Prämienreduktion, ohne an der Qualität der notwendigen medizinischen Versorgung zu sparen.

Einzelzimmer oder Allgemein: Was zahlt die Grundversicherung wirklich?

Ein weit verbreiteter Irrtum betrifft die Leistungen bei einem Spitalaufenthalt. Viele Versicherte gehen davon aus, dass ihre Grundversicherung einen gewissen Komfort wie ein Zweibett- oder gar Einzelzimmer abdeckt. Die Realität ist jedoch eine andere: Die obligatorische Grundversicherung hat einen klar definierten und begrenzten Leistungsauftrag. Sie deckt die Kosten für die Behandlung und den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines Spitals, das auf der Spitalliste Ihres Wohnkantons steht (ein sogenanntes Listenspital).

Vergleich zwischen Grundversicherung und Zusatzversicherung im Schweizer Spitalwesen

Wie die Abbildung andeutet, gibt es einen klaren Unterschied zwischen der Standardversorgung und dem, was als „Extra“ gilt. Alles, was über die allgemeine Abteilung hinausgeht – also die halbprivate (Zweibettzimmer) oder private Abteilung (Einbettzimmer) sowie die freie Arztwahl im Spital – ist nicht Teil der Grundversicherung. Diese Komfortleistungen müssen über eine freiwillige Spital-Zusatzversicherung abgedeckt oder vollständig aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Die KPT Krankenkasse formuliert es unmissverständlich:

In Ihrem Wohnkanton übernimmt die Grundversicherung die volle Deckung in der allgemeinen Abteilung eines Listenspitals.

– KPT Krankenkasse, Offizielle Versicherungsinformation

Dieses Wissen ist entscheidend, um die eigenen Erwartungen zu managen und die Notwendigkeit von teuren Zusatzversicherungen kritisch zu hinterfragen. Wer auf den Komfort eines Einzelzimmers nicht verzichten will, muss dafür extra bezahlen. Wer jedoch primär an der medizinischen Versorgung interessiert ist, ist in der allgemeinen Abteilung bestens aufgehoben und spart sich die hohen Prämien für eine Zusatzversicherung, die oft Hunderte von Franken pro Monat kosten kann.

Der Fehler, den Brief am 30. November erst abzuschicken statt dass er ankommt

Der 30. November ist ein magisches Datum im Kalender jedes Schweizer Versicherten. Es ist der letzte Tag, um die Grundversicherung auf das Ende des Jahres zu kündigen. Doch hier lauert ein oft gemachter, teurer Fehler: Massgebend ist nicht das Datum des Poststempels, sondern das Eintreffen des Kündigungsschreibens bei der Krankenkasse. Wer seinen Brief am 30. November per B-Post aufgibt, ist garantiert zu spät. Selbst bei A-Post ist das Risiko hoch, dass die Zustellung erst im Dezember erfolgt – und die Kündigung damit ungültig ist.

Ein solcher Fehler bindet Sie für ein weiteres Jahr an Ihre alte, möglicherweise teurere Kasse und kostet Sie unter Umständen mehrere Hundert Franken. Als kritischer Konsument müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Kündigung nachweislich und pünktlich ankommt. Sich auf den letzten Drücker zu verlassen, ist ein unnötiges Risiko. Handeln Sie vorausschauend und nutzen Sie eine der sicheren Methoden, um den Wechsel reibungslos zu gestalten und Ihre Ersparnis für das nächste Jahr zu sichern. Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, diesen kritischen Schritt fehlerfrei zu meistern.

Ihr Aktionsplan für die pünktliche Kündigung

  1. Fristen im Auge behalten: Senden Sie Ihren eingeschriebenen Brief (A-Post Plus) bis spätestens 25. November ab, um eine garantierte Zustellung vor dem Stichtag sicherzustellen.
  2. Persönliche Abgabe prüfen: Gehen Sie direkt am Schalter Ihrer Krankenkasse vorbei und lassen Sie sich den Empfang Ihrer Kündigung schriftlich auf einer Kopie bestätigen. Dies ist der sicherste Weg.
  3. Digitale Wege nutzen: Kündigen Sie über das Online-Kundenportal Ihrer Kasse, falls diese Option angeboten wird. Speichern Sie die Bestätigungs-E-Mail oder das generierte PDF-Dokument als Nachweis.
  4. Vergleichsportale einsetzen: Nutzen Sie offizielle Vergleichsportale, die oft einen automatisierten Kündigungsservice anbieten. Auch hier gilt: Kümmern Sie sich frühzeitig darum und fordern Sie eine Bestätigung an.
  5. Nachweis aufbewahren: Egal welche Methode Sie wählen, bewahren Sie den Postbeleg, die Empfangsbestätigung oder den digitalen Nachweis sorgfältig auf, bis Sie die Kündigungsbestätigung Ihrer alten und die Police Ihrer neuen Kasse erhalten haben.

Disziplin bei administrativen Prozessen ist ein zentraler Bestandteil der System-Intelligenz. Ein kleiner, rechtzeitiger Aufwand kann eine grosse finanzielle Wirkung haben.

Wann habe ich Anspruch auf staatliche Zustupfe zur Krankenkasse?

Die stetig steigenden Krankenkassenprämien sind nicht nur ein Ärgernis, sondern eine ernsthafte finanzielle Belastung. In der Schweiz ist das System so konzipiert, dass niemand aufgrund der Prämien in finanzielle Not geraten soll. Dafür gibt es die individuelle Prämienverbilligung (IPV), einen staatlichen Zustupf für Personen und Familien mit bescheidenem Einkommen. Erschreckend viele anspruchsberechtigte Personen wissen jedoch nichts von ihrem Recht oder scheuen den administrativen Aufwand. Dies ist ein Fehler, denn es geht um Ihr Geld.

Die Belastung ist real: Ein durchschnittlicher Schweizer Haushalt wendet laut einer Analyse der NZZ bereits rund 7% des Bruttoeinkommens für Krankenkassenprämien auf. Die Prämienverbilligung ist keine Almosen, sondern ein gesetzlich verankertes Recht, das diese Last abfedern soll. Die Zuständigkeit und die genauen Kriterien (Einkommens- und Vermögensgrenzen) sind kantonal geregelt. Das bedeutet, Sie müssen sich bei der zuständigen Stelle Ihres Wohnkantons informieren – meist ist dies die kantonale Ausgleichskasse oder die Gemeindeverwaltung.

Antragsformulare für kantonale Prämienverbilligung in der Schweiz

In vielen Kantonen wird der Anspruch zwar automatisch anhand der Steuerdaten geprüft, doch dies ist nicht überall der Fall. Seien Sie proaktiv! Informieren Sie sich selbst über die Fristen und reichen Sie bei Bedarf einen Antrag ein. Besonders für Familien, Teilzeitarbeitende, Studierende oder Rentner kann die Prämienverbilligung eine erhebliche finanzielle Entlastung von mehreren Hundert Franken pro Monat bedeuten. Das Geld nicht zu beantragen, ist, als würden Sie dem Staat ein zinsloses Darlehen gewähren.

Das Risiko, den Lehrvertrag aufzulösen, ohne einen Plan B in der Tasche zu haben

Was hat die Auflösung eines Lehrvertrags mit dem Wechsel der Krankenkasse zu tun? Auf den ersten Blick nichts, doch die Analogie ist treffend und deckt ein oft übersehenes Risiko auf. So wie es fahrlässig wäre, eine Lehrstelle aufzugeben, ohne eine neue Zusage oder einen klaren Plan B zu haben, so riskant ist es, die alte Krankenkasse zu kündigen, ohne eine schriftliche und definitive Aufnahmebestätigung der neuen Kasse in den Händen zu halten.

In der obligatorischen Grundversicherung herrscht zwar eine Aufnahmepflicht, doch Fehler können passieren. Eine verspätete Anmeldung, unklare Angaben oder administrative Pannen können zu Verzögerungen führen. Wenn Sie Ihre alte Kasse bereits gekündigt haben, die neue Sie aber noch nicht offiziell aufgenommen hat, entsteht eine gefährliche Lücke. Im schlimmsten Fall stehen Sie vorübergehend ohne Versicherungsschutz da, was in der Schweiz illegal ist und zu hohen Kosten führen kann, da Sie Prämien nachzahlen müssen.

Das grösste Risiko liegt jedoch bei den freiwilligen Zusatzversicherungen. Hier gibt es keine Aufnahmepflicht. Die neue Kasse kann Ihren Antrag aufgrund Ihres Gesundheitszustands ablehnen. Wenn Sie Ihre alte Zusatzversicherung bereits gekündigt haben, stehen Sie plötzlich ohne Deckung für Alternativmedizin, Zahnbehandlungen oder eben den Spitalaufenthalt in der halbprivaten Abteilung da. Eine Rückkehr zur alten Kasse zu den gleichen Konditionen ist oft nicht mehr möglich.

Die goldene Regel lautet daher: Kündigen Sie Ihre Zusatzversicherungen erst, wenn Sie die schriftliche, vorbehaltlose Annahmebestätigung der neuen Versicherung erhalten haben. Handeln Sie methodisch und nicht überstürzt. Ein Plan B ist hier kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.

GVA oder Privat: Wer deckt Hagelschäden am Auto und wer am Haus?

Auf den ersten Blick scheint diese Frage völlig deplatziert. Was haben Hagelschäden mit Ihrer Krankenkasse zu tun? Die Antwort liegt in einem fundamentalen Versicherungsprinzip, das alle Sparten durchdringt: dem Selbstbehalt, der in der Krankenversicherung „Franchise“ genannt wird. Es ist das bewusste Eingehen eines kalkulierten Risikos, um die laufenden Kosten, also die Prämie, zu senken. Der Gesundheitsökonom Tobias Müller von der BFH bringt es auf den Punkt:

Die Franchise ist nichts anderes als der Selbstbehalt bei der Auto- oder Hausratversicherung – eine bewusste Risikoübernahme, um die jährliche Prämie zu senken.

– Tobias Müller, Gesundheitsökonom BFH

Beim Auto entscheiden Sie sich für eine Teil- oder Vollkaskoversicherung und legen einen Selbstbehalt fest. Ein höherer Selbstbehalt führt zu einer tieferen Prämie. Bei einem Hagelschaden (gedeckt durch die Teilkasko) tragen Sie die Kosten bis zur Höhe Ihres Selbstbehalts selbst. Am Haus ist es ähnlich: Schäden durch Naturgefahren wie Hagel sind in der Regel durch die kantonale Gebäudeversicherung (GVA) oder eine private Versicherung gedeckt, ebenfalls oft mit einem Selbstbehalt.

Genau dieses Prinzip gilt bei der Krankenkasse. Mit der Wahl einer Franchise von 2500 CHF sagen Sie im Grunde: „Ich bin bereit, die ersten 2500 Franken an Gesundheitskosten pro Jahr selbst zu tragen, und erwarte dafür von der Versicherung die maximal mögliche Prämienreduktion.“ Dieser Risiko-Kalkül ist der Kern einer intelligenten Versicherungsstrategie. Sie versichern nicht jedes kleine Risiko, sondern nur die grossen, potenziell existenzbedrohenden Kosten, die darüber hinausgehen. Wer dieses Prinzip verstanden hat, wird die „Franchisen-Falle“ der mittleren Stufen sofort als schlechtes Geschäft erkennen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vermeiden Sie die „Franchisen-Falle“: Mittlere Franchisen (1000-2000 CHF) sind mathematisch fast immer die schlechteste Wahl.
  • Nutzen Sie System-Intelligenz: Entscheiden Sie sich für Sparmodelle wie Telmed und halten Sie die Kündigungsfrist vom 30. November (Eingangsdatum!) strikt ein.
  • Kennen Sie die Grenzen: Die Grundversicherung deckt nur die allgemeine Abteilung im Spital. Alles andere ist ein Luxus, für den Sie extra bezahlen.

Wie finde ich den besten Chirurgen für meine Knieoperation in der Schweiz?

Die Frage nach dem „besten“ Chirurgen ist oft emotional und subjektiv. Aus einer reinen Kosten-Nutzen-Perspektive und im Rahmen der Grundversicherung ist die Antwort jedoch brutal pragmatisch: Der beste Chirurg ist ein qualifizierter Facharzt, der in einem Listenspital Ihres Kantons tätig ist und dessen Behandlung vollständig von Ihrer Versicherung gedeckt wird. Die Suche nach einer Koryphäe in einer teuren Privatklinik ist ein Anliegen für eine Zusatzversicherung oder die eigene Tasche.

Viel entscheidender für Ihr Portemonnaie ist eine andere Frage: Wie wirkt sich die Wahl meiner Franchise auf die Kosten einer planbaren Operation aus? Nehmen wir das konkrete Beispiel einer Knieoperation mit Kosten von 20’000 CHF. Die folgende Kalkulation, basierend auf Daten des Beobachters, zeigt die mathematische Realität auf eindrückliche Weise.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die Entscheidung für die richtige Franchise im Vorfeld hat einen weitaus grösseren finanziellen Einfluss als die Wahl eines bestimmten Arztes innerhalb des Systems der Grundversicherung, wie die vergleichende Analyse des Beobachters zeigt.

Kostenvergleich für eine Knie-OP (20’000 CHF) mit verschiedenen Franchisen
Franchise Eigenanteil bei 20’000 CHF OP Jährliche Prämienersparnis
300 CHF 1’000 CHF (300 + 700 Selbstbehalt) 0 CHF
2’500 CHF 3’200 CHF (2500 + 700 Selbstbehalt) bis 1’540 CHF

Mit der Maximalfranchise zahlen Sie im Operationsjahr 2’200 CHF mehr aus eigener Tasche. Wenn Sie jedoch zwei oder mehr Jahre keine grösseren Gesundheitskosten hatten, haben Sie durch die Prämienersparnis diesen „Verlust“ bereits mehr als kompensiert. Der beste Chirurg für Ihre Finanzen ist also eine vorausschauende und mathematisch fundierte Entscheidung für die richtige Franchise, lange bevor eine Operation überhaupt Thema wird.

Um Ihre Strategie zu perfektionieren, sollten Sie die finanziellen Auswirkungen Ihrer Franchise-Wahl an einem konkreten Beispiel nochmals durchdenken.

Der nächste Schritt liegt nun bei Ihnen: Nehmen Sie Ihre Abrechnungen der letzten Jahre zur Hand und wenden Sie diese Strategien an. Eine fundierte Entscheidung ist der wirksamste Schutz vor überhöhten Prämien.

Häufige Fragen zur Optimierung der Krankenkasse

Kann ich die Franchise erhöhen ohne zu kündigen?

Ja, eine Erhöhung Ihrer Franchise auf das nächste Kalenderjahr ist bei Ihrer bestehenden Krankenkasse in der Regel bis zum 31. Dezember möglich. Eine Senkung der Franchise hingegen gilt als Vertragsänderung und unterliegt der Kündigungsfrist vom 30. November.

Muss ich beide Krankenkassen informieren?

Nein, Sie müssen nur Ihre aktuelle Krankenkasse fristgerecht kündigen. Sobald Sie sich bei einer neuen Kasse angemeldet haben und angenommen wurden, meldet diese Ihre Aufnahme automatisch an Ihre bisherige Versicherung. Sie erhalten dann von Ihrer alten Kasse die Kündigungsbestätigung.

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