
Das Überleben Ihres Hotels ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis knallharter betriebswirtschaftlicher Entscheidungen.
- Konzentrieren Sie sich auf zahlungskräftige Nischen wie die Grand Tour, statt sich im Preiskampf zu verlieren.
- Nutzen Sie Kennzahlen wie den RevPAR und TRevPAR, um datengestützte Entscheidungen über saisonale Schliessungen oder den profitablen Ganzjahresbetrieb zu treffen.
Recommandation: Beginnen Sie sofort damit, Ihre Abhängigkeit von OTAs radikal zu reduzieren und durch eine aggressive Direktbuchungsstrategie Ihre Marge zurückzuerobern.
Der Druck steigt. Jeder Hotelier in den Schweizer Bergen spürt es: der starke Franken, die allgegenwärtige Konkurrenz durch Airbnb, explodierende Energiekosten und ein ausgetrockneter Personalmarkt. Die Margen schmelzen wie der letzte Schnee im Frühling. Man rät Ihnen zu „besserem Service“ oder „mehr digitaler Präsenz“. Das sind gut gemeinte, aber oft nutzlose Ratschläge, wenn die grundlegende Kosten- und Ertragsstruktur nicht mehr stimmt.
Doch das sind Symptome, nicht die Ursache. Als Ihr Berater von HotellerieSuisse sage ich Ihnen klar: Die Zeit des Hoffens ist vorbei. Es ist Zeit, zu rechnen. Überleben ist keine Frage des Schicksals, sondern der aktiven betriebswirtschaftlichen Führung. Es geht darum, aufzuhören, Opfer der Umstände zu sein, und stattdessen zum Architekten Ihres Erfolgs zu werden. Die Hebel dafür sind oft versteckt, aber sie existieren. Es geht um eine brutale Kosten-Wahrheit, eine intelligente Erlös-Architektur und eine konsequente Verteidigung Ihrer Marge.
In diesem Leitfaden zerlegen wir die grössten Bedrohungen in kalkulierbare Risiken und zeigen Ihnen die profitablen Auswege auf. Wir werden nicht über vage Konzepte sprechen, sondern über konkrete Zahlen, bewährte Strategien und die harten Entscheidungen, die jetzt anstehen. Vergessen Sie die Platitüden – hier geht es um die Zukunft Ihres Betriebs.
Inhaltsverzeichnis: Überleben im Hochpreisland: Die harte Wahrheit für Ihr 3-Sterne-Familienhotel
- Warum bringt die Grand Tour zahlungskräftige Individualtouristen in abgelegene Regionen?
- Wie berechne ich den RevPAR, um auch in der Nebensaison profitabel zu sein?
- Im November schliessen oder durchhalten: Was rechnet sich bei den Heizkosten mehr?
- Das Risiko, durch hohe OTA-Kommissionen die eigene Marge komplett zu verlieren
- Wann muss ich Personal für den Winter suchen, wenn der Arbeitsmarkt ausgetrocknet ist?
- Das Risiko für den grenznahen Detailhandel, wenn der Franken zu stark wird
- Vermietungspflicht oder Eigennutzung: Was verlangt die Gemeinde heute?
- Wie sichere ich meine Marge als Exporteur, wenn der Euro unter 0.95 fällt?
Warum bringt die Grand Tour zahlungskräftige Individualtouristen in abgelegene Regionen?
Hören Sie auf, über die ausbleibenden Busladungen zu klagen. Die Zukunft liegt nicht in der Masse, sondern in der hochprofitablen Nische. Die Grand Tour of Switzerland ist kein reines Marketing-Konzept, sondern eine präzise Antwort auf Ihre Probleme. Sie zieht ein Publikum an, das bewusst das Abgelegene sucht und bereit ist, dafür zu bezahlen: Oldtimer-Fahrer, Motorrad-Enthusiasten und gut situierte Paare, die ein authentisches Erlebnis dem billigsten Preis vorziehen.
Diese Gäste bleiben länger – im Schnitt 6,5 Tage im Vergleich zu den üblichen 1,9 Tagen – und geben mehr aus. Laut einer Erhebung von Schweiz Tourismus generiert diese Route in einer einzigen Sommersaison zwischen 290.000 und 360.000 Übernachtungen. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gezielten Positionierung. Diese Klientel benötigt nicht nur ein Bett, sondern eine sichere Garage für ihr Premium-Fahrzeug, flexible Check-in-Zeiten und Insider-Tipps für die schönste Route am nächsten Tag. Genau hier können Sie als Familienbetrieb punkten, wo grosse Ketten standardisiert und unpersönlich bleiben.
Die Frage ist nicht, ob diese Gäste zu Ihnen kommen, sondern ob Sie bereit sind, das richtige Angebot für sie zu schaffen. Es ist eine strategische Entscheidung, sich von der preissensiblen Masse abzuwenden und eine Erlös-Architektur aufzubauen, die auf Qualität, Einzigartigkeit und Service für eine zahlungskräftige Zielgruppe basiert. Dies ist der erste Schritt zur Verteidigung Ihrer Marge.
Wie berechne ich den RevPAR, um auch in der Nebensaison profitabel zu sein?
Bauchgefühl ist der teuerste Ratgeber in der Hotellerie. Wenn Sie Ihre Profitabilität nicht messen, managen Sie nur Ihre Kosten – und das meist in den Ruin. Die Realität ist ernüchternd: Laut HotellerieSuisse waren Schweizer Hotels 2024 im Schnitt nur zu etwa 50% durchschnittlich ausgelastet. In diesem Umfeld ist der RevPAR (Revenue Per Available Room) nicht nur eine Kennzahl, er ist Ihr Kompass. Er zeigt Ihnen die nackte Wahrheit über die Effizienz Ihres Betriebs.

Die Berechnung ist simpel: Zimmerertrag geteilt durch die Anzahl verfügbarer Zimmer. Das Ergebnis ist die Grundlage für jede strategische Entscheidung. Doch der RevPAR allein greift zu kurz. Er ignoriert, dass Ihr Gast vielleicht ein teures Abendessen in Ihrem Restaurant geniesst oder eine Wellness-Anwendung bucht. Hier kommt der TRevPAR (Total Revenue Per Available Room) ins Spiel. Er berücksichtigt alle Einnahmequellen und gibt Ihnen ein vollständiges Bild der Wertschöpfung pro Zimmer. Die Analyse dieser beiden Kennzahlen ist der Unterschied zwischen blindem Agieren und bewusstem Steuern.
Die folgende Tabelle zeigt, warum Sie beide Kennzahlen im Blick haben müssen, um Ihre Rentabilität ganzheitlich zu bewerten. Die Benchmarks von HotellerieSuisse sind dabei Ihr Referenzpunkt.
| Kennzahl | Berechnung | Vorteile | Schweizer Benchmark |
|---|---|---|---|
| RevPAR | Zimmerertrag ÷ verfügbare Zimmer | Einfache Vergleichbarkeit | CHF 95-162 (je nach Saison/Region) |
| TRevPAR | Gesamtertrag ÷ verfügbare Zimmer | Berücksichtigt alle Ertragsquellen | CHF 120-210 (inkl. F&B, Wellness) |
| Saison-RevPAR | Angepasst an lokale Events | Präzise Saisonplanung | +15-25% bei Grossevents |
Im November schliessen oder durchhalten: Was rechnet sich bei den Heizkosten mehr?
Die jährliche November-Frage ist für viele Berghotels ein Synonym für Existenzangst. Die Vorstellung, das Hotel bei voller Kostenlast leer stehen zu lassen, ist ein Albtraum. Aber eine Komplettschliessung ist oft eine trügerische Lösung. Sie spart kurzfristig Energiekosten, verursacht aber enorme versteckte Kosten: die mühsame und teure Wiederbeschaffung von Personal im Frühjahr, der Verlust von Stammgästen und die Erosion Ihrer Marktpräsenz. Die Wahrheit ist: Bei einer Schliessung bleiben 60-70% der Fixkosten bestehen. Die Frage ist also nicht OB Kosten anfallen, sondern WIE Sie diese durch gezielte Einnahmen decken können.
Statt einer binären „Auf oder Zu“-Entscheidung erfordert die Situation eine strategische Betriebs-Elastizität. Erfolgreiche Betriebe zeigen, dass ein Hybrid-Modell oft die profitabelste Lösung ist. Anstatt das ganze Haus für eine Handvoll Gäste zu heizen, reduzieren sie den Betrieb auf eine Etage oder bieten nur am Wochenende vollen Service an. Dies kann die Energiekosten im Vergleich zum Vollbetrieb um 40-60% senken, während immer noch 30-40% der potenziellen Einnahmen generiert werden. Gleichzeitig halten Sie Ihr Kernteam und bleiben für Ihre treuesten Gäste sichtbar.
Um diese Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus zu treffen, benötigen Sie eine kalte, klare Kalkulation. Die folgende Checkliste dient als Ihr Leitfaden, um die Kosten-Wahrheit zu ermitteln und die richtige strategische Entscheidung für Ihren Betrieb zu fällen.
Ihr Plan zur Entscheidungshilfe: Winteröffnung kalkulieren
- Berechnen Sie die Grundkosten für Heizung/Betrieb bei minimaler Auslastung (Fixkosten bleiben bei Schliessung zu 60-70%).
- Prüfen Sie kantonale Förderungen für Wärmepumpen oder energetische Sanierungen (bis zu 40% Zuschuss möglich).
- Kalkulieren Sie Wiederbeschaffungskosten für Personal im Frühjahr (CHF 5.000-15.000 pro Stelle).
- Testen Sie das Hybrid-Modell: Nur Wochenenden öffnen oder eine Etage als ‚Winter Hideaway‘ betreiben.
- Nutzen Sie die Nebensaison für Renovierungen mit Handwerkern zu günstigeren Winterpreisen.
Das Risiko, durch hohe OTA-Kommissionen die eigene Marge komplett zu verlieren
Online Travel Agencies (OTAs) wie Booking.com sind nicht Ihre Partner, sie sind Ihre teuersten und dominantesten Vertriebskanäle. Die Annahme, ohne sie nicht überleben zu können, ist ein gefährlicher Trugschluss, der Sie direkt in die Margen-Erosion führt. Die digitale Abhängigkeit von diesen Plattformen kostet Schweizer Hotels bis zu 25-30% Kommission bei OTA-Buchungen. Rechnen Sie nach: Das ist oft mehr, als Ihnen am Ende als Gewinn übrig bleibt. Sie finanzieren mit Ihrer Marge das Marketing von globalen Tech-Giganten.

Die strategische Antwort ist nicht, OTAs komplett zu ignorieren, sondern sie zu dem zu machen, was sie sein sollten: ein Schaufenster. Nutzen Sie den sogenannten „Billboard-Effekt“. Ein Gast entdeckt Sie vielleicht auf einer OTA, aber die Buchung muss auf Ihrer eigenen Webseite stattfinden. Das funktioniert nur, wenn Sie einen unschlagbaren Anreiz für die Direktbuchung schaffen. Ein Rabatt von 5% ist ein Anfang, aber es ist eine schwache Taktik. Sie müssen smarter sein.
Bieten Sie Vorteile, die eine OTA niemals bieten kann und die speziell auf den Schweizer Markt zugeschnitten sind. Eine gratis Autobahnvignette bei drei Nächten Direktbuchung? Ein exklusiver Rabatt bei Zahlung mit Reka-Geld? Ein Upgrade für Inhaber eines GA oder Halbtax-Abonnements? Dies sind keine Kosten, sondern Investitionen in die Margen-Verteidigung. Jeder Franken, den Sie nicht an eine OTA zahlen, ist reiner Gewinn. Es ist ein aktiver Kampf um Ihre Unabhängigkeit und Profitabilität, den Sie führen müssen.
Wann muss ich Personal für den Winter suchen, wenn der Arbeitsmarkt ausgetrocknet ist?
Wenn Sie im September mit der Personalsuche für die Wintersaison beginnen, haben Sie bereits verloren. Der Arbeitsmarkt in der Schweizer Hotellerie ist nicht nur angespannt, er ist ausgetrocknet. Qualifiziertes Personal ist die knappste und wertvollste Ressource, die Sie haben. Die passive Haltung „wir schreiben mal eine Stelle aus“ führt unweigerlich zu Kompromissen bei der Qualität, überstürzten Einstellungen und letztendlich zu hohen Kosten durch Fluktuation. Erfolgreiche Personalgewinnung ist heute ein proaktiver, ganzjähriger Prozess.
Die kalte, harte Wahrheit kommt von Branchenexperten. Wie Thomas Steiner von der Kohl & Partner Hotelberatung betont:
Hotels müssen bereits im Mai/Juni mit der Rekrutierung für die Wintersaison beginnen. Die Beantragung von Grenzgänger- oder L-Bewilligungen dauert 8-12 Wochen.
– Thomas Steiner, Kohl & Partner Hotelberatung
Diese Zeitplanung ist nicht verhandelbar. Doch die reine Rekrutierung ist nur die halbe Miete. Langfristig erfolgreiche Hotels bauen strategische Partnerschaften mit Hotelfachschulen wie der EHL oder der SSTH in Passugg auf. Sie sichern sich die besten Praktikanten, bevor diese überhaupt auf dem freien Markt sind, und bieten ihnen echte Karriereperspektiven. Diese Betriebe haben eine um 70% höhere Übernahmequote nach der Ausbildung. Parallel dazu erschliessen innovative Hoteliers neue Zielgruppen, wie „aktive Senioren“, die mit flexiblen Teilzeitmodellen eine äusserst loyale und erfahrene Personalreserve bilden können.
Das Risiko für den grenznahen Detailhandel, wenn der Franken zu stark wird
Der starke Franken ist für grenznahe Betriebe wie ein permanenter Gegenwind. Er macht nicht nur Ihren Service für ausländische Gäste teurer, sondern treibt auch Ihre eigenen Landsleute zum Einkaufen über die Grenze. Besonders dramatisch zeigt sich dies bei den Gästen aus dem wichtigen deutschen Markt. Der starke Franken hat die deutschen Übernachtungen in der Schweiz fast halbiert, von 6,7 Millionen im Jahr 2000 auf nur noch 3,8 Millionen im Jahr 2024. Diesen Effekt einfach auszusitzen, ist keine Strategie, sondern eine Kapitulation.
Sie können den Wechselkurs nicht ändern, aber Sie können Ihre Reaktion darauf strategisch steuern. Statt in eine Preisspirale nach unten zu geraten, müssen Sie auf mehreren Ebenen agieren. Eine duale Preisgestaltung in CHF und EUR mit einem fixen, attraktiven Kurs schafft Transparenz und psychologische Sicherheit für EU-Gäste. Gleichzeitig müssen Sie Ihre eigene Kostenstruktur durchleuchten: Die Beschaffung von Betriebsmitteln im EU-Raum kann Ihre Kostenbasis um 20-30% senken und den Währungsnachteil teilweise kompensieren.
Letztendlich ist die stärkste Waffe gegen den Preisdruck die Differenzierung. Wenn Ihr Angebot einzigartig ist – sei es durch exklusive lokale Erlebnisse, unübertroffene Servicequalität oder ein spezielles Nischenangebot –, wird der Preis zweitrangig. Die folgende Tabelle fasst die Kernstrategien zusammen, mit denen Sie dem Währungsdruck begegnen können.
| Strategie | Massnahme | Vorteil | Risiko |
|---|---|---|---|
| Einkaufsoptimierung | Betriebsmittel im EU-Raum beschaffen | 20-30% Kostenersparnis | Logistikaufwand |
| Duale Preisgestaltung | CHF/EUR mit fixem Kurs anbieten | Transparenz für EU-Gäste | Währungsrisiko |
| Swissness-Premium | Lokale Erlebnisse betonen | Preisunabhängige USP | Höhere Betriebskosten |
| Marktdiversifikation | USA/UK/Golf-Märkte erschliessen | Währungsstreuung | Marketinginvestition |
Vermietungspflicht oder Eigennutzung: Was verlangt die Gemeinde heute?
Das Zweitwohnungsgesetz (Lex Weber) und die zunehmende Regulierung von Airbnb sind keine Schikanen, sondern eine Reaktion auf eine massive Marktverzerrung. Wenn in Tourismusorten wie Lauterbrunnen jede vierte Wohnung über Airbnb angeboten wird, zerstört das nicht nur den lokalen Wohnungsmarkt, sondern es schafft auch eine unfaire Konkurrenz für die regulierte Hotellerie. Sie müssen strenge Auflagen erfüllen, während private Anbieter oft in einer Grauzone agieren. Doch anstatt diese Entwicklung nur zu beklagen, können Sie sie strategisch für sich nutzen.
Viele Gemeinden führen eine Vermietungspflicht für neue Zweitwohnungen ein. Das heisst, diese Wohnungen müssen eine bestimmte Zeit im Jahr an Touristen vermietet werden. Für viele Eigentümer ist das ein administrativer Albtraum. Für Sie ist es eine Goldgrube. Positionieren Sie sich als der professionelle Partner für Zweitwohnungsbesitzer. Bieten Sie einen kompletten Vermietungsservice an: Marketing, Buchungsabwicklung, Reinigung, Gästebetreuung. Sie integrieren diese Wohnungen in Ihr eigenes Buchungssystem und erweitern so Ihr Angebot ohne Investitionskosten.
Sie profitieren von einer zusätzlichen Einnahmequelle durch Servicegebühren und kanalisieren die Nachfrage, die sonst an Ihnen vorbeifliessen würde. Sie verwandeln die „Konkurrenz“ der Ferienwohnungen in ein lukratives Zusatzgeschäft. Dies erfordert eine genaue Prüfung der lokalen Bestimmungen Ihrer Gemeinde, aber es ist eine der intelligentesten Möglichkeiten, eine regulatorische Hürde in einen strategischen Vorteil umzuwandeln und Ihre Marktposition zu festigen.
Das Wichtigste in Kürze
- Nische schlägt Masse: Konzentrieren Sie sich auf zahlungskräftige Zielgruppen wie Grand-Tour-Reisende, statt sich im allgemeinen Preiskampf zu verlieren.
- Daten schlagen Bauchgefühl: Treffen Sie Entscheidungen über Öffnungszeiten und Preise basierend auf harten Kennzahlen wie RevPAR und TRevPAR, nicht nach Gefühl.
- Verteidigen Sie Ihre Marge: Reduzieren Sie die Abhängigkeit von OTAs durch eine aggressive Direktbuchungsstrategie mit Schweiz-spezifischen Vorteilen.
Wie sichere ich meine Marge als Exporteur, wenn der Euro unter 0.95 fällt?
Die Fixierung auf den Euro-Kurs ist ein strategischer Fehler. Solange Ihr Geschäftsmodell primär von Gästen aus der Eurozone abhängt, bleiben Sie eine Geisel der Währungsschwankungen. Die Lösung liegt in der konsequenten Marktdiversifikation. Während die europäischen Märkte schwächelten, erlebte der Schweizer Tourismus einen Boom aus Übersee. Ein Paradebeispiel sind die USA: Während 2024 die europäischen Gäste zögerten, stiegen die US-Übernachtungen auf einen Rekordwert von 3,5 Millionen, ein Plus von 21%. Hotels, die diesen Trend frühzeitig erkannten und ihr Angebot anpassten – mit speziellen Packages, englischsprachigem Service und Kooperationen –, konnten die Einbrüche aus der Eurozone mehr als kompensieren.
Die Diversifikation schützt Sie nicht nur vor Währungsschwankungen, sondern eröffnet auch neue Ertragspotenziale mit kaufkräftigen Gästen aus den USA, Grossbritannien oder den Golfstaaten. Dies erfordert eine Investition in gezieltes Marketing und möglicherweise eine Anpassung Ihres Produkts, ist aber die einzige nachhaltige Versicherung gegen die Volatilität des Euro.
Gleichzeitig müssen Sie die kurzfristigen Risiken managen. Für bereits erwartete Einnahmen aus der Eurozone gibt es professionelle Finanzinstrumente. Wie Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, rät, ist dies kein Privileg der Grosskonzerne mehr:
Hotels sollten Devisentermingeschäfte bei ihrer Hausbank prüfen, um EUR-Einnahmen für die kommende Saison abzusichern. Schon kleine Beträge ab 50.000 EUR können gesichert werden.
– Martin Nydegger, Direktor Schweiz Tourismus
Eine wetterfeste Ertrags-Festung bauen Sie auf zwei Säulen: strategische Diversifikation für die langfristige Stabilität und taktische Absicherung für die kurzfristige Planbarkeit. So machen Sie sich unabhängig von einzelnen Märkten oder Währungen.
Hören Sie auf, Opfer der Umstände zu sein. Werden Sie zum Architekten Ihres Erfolgs. Die Werkzeuge liegen vor Ihnen – beginnen Sie noch heute mit der Umsetzung, um die Profitabilität und Zukunft Ihres Hotels zu sichern.